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Methusalem
2022/11/15
(Tue)
20:46:38
No.
23721
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I Neue Pädagogik -Deutsch
Seit vielen Jahren litt die Welt nun unter Überbevölkerung, vor allem in den Industrienationen deren Geburtenraten früher gefährlich gesunken waren. Jetzt lag die Geburtenrate bei 20.4 pro Frau, den Wundern der Medizin sein Dank. Es existierten nur Schätzungen, aber 17 Milliarden war nach Ansicht jedes Experten das Minimum. Die Bevölkerung darf nicht weiter wachsen, darüber war alle Welt sich einig. Nun aber starben dank des medizinischen Fortschritts einfach nicht genug Menschen weg, um die Kinderflut auszugleichen.
Grausame Verzweiflungstaten in den ärmeren Teilen der Welt wie planmäßige Ermorderung von ganzen Städten waren nur kurzfristig wirksam und destabilisierten zu sehr die Gesellschaft. Zahlreiche Reformen die formale Prozeduren zum Gnadentod auf ein paar Minuten verkürtzten wirkten nicht so effektiv wie erhofft, einfach aus dem Grund das die meisten Alten gerne noch länger am Leben blieben. Auch der Wiederstand gegen Zwangsabtreibung war viel zu groß, schließlich ging es hier um die körperliche Selbstbestimmung Erwachsener, vollwertiger Mitglieder der Gesellschaft. Das war unerhört!
Die Lösung fand eine kleine Gruppe deutscher Studenten, deren Ideen die Fakultäten, die sich wiederum an das Bildungsministerium wandten, beigesterten. Wenn die Leute einfach nicht aufhören, Kinder zu kriegen, muss man einfach Kinder an das Sterben gewöhnen, ja die Tötung sollte wie ein Geburtstag oder das Weihnachtsfest feierlich begangen werden. Wozu hatte man denn diese große Gruppe der Gesellschaft, beinflussbar und folgsam? Unter ihnen würde man sicher das geringste Leid anrichten. Innerhalb von ein paar Monaten waren von den mittlerweile verzweifelten Nationen alle notwendigen Sonderbefugnise und Blankoschecks ausgestellt, die ihnen Zugriff auf zehntausende Alterskohorten weltweit verschafften, in Größen von meist 20 bis 40 Kindern von drei Jahren. Um die Bevölkerung nicht weiter wachsen zu lassen mussten, so sagten es die eindeutigen Zahlen, mehr als neun von zehn Kindern sterben, bevor sie sich fortpflanzten.
Der menschliche Fürsorgeinstinkt war ja ungebrochen. Einfach König Herodes nachzueifern und einen gewissen Satz grundsätzlich zu entfernen war schlicht gegen den Willen der Eltern die ihre Kinder lediglich als Nummer in der neuen Geburtsstatisitik behandelt sehen würden. Nein, was unsere Studenten planten war so wahnsinnig wie genial, die Kinder durften nicht nur nicht weiterleben, es sollten auch die Lämmer mit Freude selbst auf die Schlachtbank hüpfen. Zum Wohle und Nutzen Aller begann nun ein Experiment welches das Angesicht der Menschheit verändern sollte.
Es wurde begonnen, aus den Gruppen einzelne Mitglieder zu töten, die per Zufall ausgewählt worden waren. Die Hinrichtungen wurden im normalen Alltag vollstreckt, im Kindergarten, auf dem Spielplatz, Hauptsache im Kreise der anderen Kinder. Die Hinzurichtenden wurden von den Eltern begleitet und beruhigt, vollstreckt wurde mit allerlei Methoden, unter der Vorraussetzung dass sie von Laien durchgeführt werden konnten und nicht übermäßig grausam waren. Darunter waren zum Beispiel Köpfen, Ausbluten durch Schnitte in Kehle und/oder Pulsadern, Erdrosseln mit Händen und Seilen, Ersticken mit Kissen oder Ertränken. Großer Wert war darauf zu legen, die Auswahl nicht als Strafe oder Unglück darzustellen, sondern den Überlebenden klarzumachen, dass es einfach Zufall war und ihnen irgenwann das selbe passieren könnte.
Auf keinen Fall durften Methoden verwendet werden, die den Körper all zu sehr beschädigt hätten. Keine Schusswaffen, Gift, kein Genickbruch oder stumpfe Waffen. Nicht nur weil die Kinder ermutigt wurden, den toten Körper anzufassen, um die Scheu vor so etwas zu verlieren. Es bot sich auch eine so einfache wie praktische Gelegenheit, die Kinder in den Prozess einzubinden. Anstatt langwieriger Bestattungen wurden die Leichen ganz einfach verspeist. Vor den Augen der Kinder zerlegte man die Körper und bereitete ihnen Fleisch davon. So verband man sofort den Tod eines Freundes mit einer Festlichkeit.
Mit neuen Generationen die drei Jahre alt wurden führte man den Ritus einfach fort.
In den Jahren darauf begannen die Kinder sich, wie erwartet, neben Festen wie Ostern auch auf die Tötung einer ihrer Kameraden zu freuen, sangen Lieder dazu und machten in kindlicher Art Festgirlanden und allerlei Dekoration.
Ein Heer von Psychologen betreute die Gruppen und war einstimmig in folgendem Ergebnis:
"Die Kinder betrachten die Tötungen nicht als Strafe sondern als gottgegeben und notwendig. Keines der befragten Kinder lässt auf die Frage hin, was wenn es selbst an der Reihe wäre, Anzeichen von Angst erkennen, nur die für Kinder übliche Unruhe bei aufregenden Anlässen. In zahlreichen Versuchsgruppen teilte man den Opfern ihr Schicksal mit, in verschiedenen Kombinationen bezüglich der Zeit bis zum Tod, der Genauigkeit bezüglich der Methode wie auch der Frage ob es nur einem Opfer, allen Opfern zusammen oder der ganzen Gruppe mitgeteilt wurde.
Es kam zu leichter Überraschung bis Freude. Abschiedsbekundungen fanden statt, nicht aber in der Intensität und Tragödie wie es bei einem plötzlichen Tod zu erwarten wäre.
Wir raten allgemein auf Basis ihrer Studien dazu, die Opfer mindestens zwei Wochen vorher zu verkünden. Das gibt dem Kind die Möglichkeit, seine letzten Angelegenheiten zu regeln, der geregelte Abschied stärkt auch nachweislich den Zusammenhalt der Gruppe."
Als drei Jahre vergangen waren und die allerersten Teilnehmer sechs Jahre alt waren mehrten sich eingehende Berichte dass Kinder darum baten ihre Genossen selbst hinzurichten. Unter Aufsicht von Autoritätspersonen wurde dem gewährt.
Über alle Alter hinweg beobachtete man dass mit dem Nahen der Hinrichtung die sexuelle Aktivität der Kinder um ein Vielfaches stieg, vor allem an und mit den Opfern, sofern diese bekannt waren. Zum Zeitpunkt der Feststellung hatte noch keines der Kinder die Pubertät erreicht, was aber nicht weiter schlimm gewesen währe da durch die vorhergehenden Jahrhunderte voller Eugenik (welche Teils für die enorme Ablehnung von Abtreibung und Serilisation verantwortlich waren) die Menschen zwar alle sichbaren Pupertätszeichen besaßen aber erst mit etwa 22 wirklich zeugungsfähig wurden. Der Rat der Studenten entschied hierauf anzuordnen, der kleinstkindlichen Erziehung auch Masturbation anzufügen und Sexualität untereinander sowie Nacktheit mit Nachdruck zu fördern. Die Geschwindigkeit mit der diese Resolution verabschiedet wurde lässt Historiker annehmen dass dies von Anfang an im Plan der Studenten lag und sie nur auf einen entsprechenden Anlass gewartet hatten.
Zuerst befürchtete man, mit dem Pubertätseintritt beginne sicherlich die Rebellion gegen das Töten, sowie Jugendliche gegen viel Aufstehen, was ihnen nicht passt. Glücklicherweise geschah dies nicht. Die Entscheidung, es nicht zu einem Ritus werden zu lassen, der allein den Erwachsenen vorbehalten war machte sich bezahlt. Die Hinrichtungen blieben weiterhin soziale Ereignisse und wurden mit unvermindertem Eifer begangen.
Als der große Tag gekommen war und die Überlebenden der ersten Alterskohorte ihren zwanzigsten Geburtstag feierten waren die Ergebnisse vorzeibar.
Nur 10 Prozent der ursprünglichen Kinder hatten überlebt und wurden vollwertige Erwachsene. Hätten diese die Gesamte Bevölkerung abgebildet wäre sie zum ersten Mal seit Menschengedenken nicht gewachsen. Auch waren sie trotz des Damoklesschwerts das solange über ihnen hing ohne jeden nachweisbaren psychischen Schaden außerhalb der Norm, im Gegenteil waren sie sogar bescheidener und moralischer als der Durchschnitt.
Die Studenten wurden in aller Welt als Helden gefeiert und hoch gelobt. Doch trotz aller Lorbeeren ruhten sie sich nicht aus, denn noch waren sie nicht ganz am Ende.
Pünktlich zur allgemeinen Einführung ihres Modelles in den ersten Industriestaaten entwickelten sie ein System das, mit Kindern und ihren Daten gefüttert, vollkommen zufällig sich ständig aktualisierende Pläne aufstellte, wann welches zu töten wäre. In den meisten Ländern der Welt wurde dieser unparteiische maschinelle Richter angenommen und die Todesstrafe über den Erwachsenen verhängt, der die Wahl zu beeinflussen versucht.
Die Studenten diskutierten lang und breit die Ehtischen Aspekte ihrer nächsten Schritte, welche sich im Nachhinein als weise und vorrausschauend entpuppten.
Sie erklärten, wenn das Töten von Kindern moralisch annehmbar sei, da diese im Vertrauen auf die Erwachsenen weder von Stolz noch Furcht geplagt sterben wäre es sinnlos, nicht auch noch die nächsten Schritte vorweg zu nehmen.
1. Es sollen Möglichkeiten für Kinder über drei Jahren geschaffen werden, um den eigenen Tod zu bitten, idealerweise durch ein Standartisiertes Dokument unterschrieben von dem Kind, einem Erziehungsberechtigten sowie einer offiziellen Stelle wie einem befugten Arzt oder Psychologen, der seine Unterschrift dann erteilt wenn die Entscheidung des Kindes weder unter Druck noch aus Leichtsinn oder unter Unverständnis der Konsequenzen geschieht.
2. Im Gegensatz zu der Haltung von Tieren die ihre Umstände nicht verstehen ist bei objektiver Betrachtung das Heranzüchten williger Kinder zur industriellen Verarbeitung (Fleisch, Leder, Kosmetik etc...) wie zu medizinischen und sonstigen Experimenten verständlich und sollte Umstandslos erlaubt werden.
3. Auch das Züchten von Kindern zu jeder Art von Sklaverei ist, solange keine absichtlichen seelischen Folterungen geschehen, wohl vertretbar, denn eine legale Quelle williger Sklaven wird einen großen Teil der Verschleppungskriminalität beenden.
4. Die Tötungsentscheidung der rechtlosen Kinder obliegt allein ihren Eigentümern. Da alle Moralischen Annahmen auf vollwertige Erwachsene nicht anwendbar sind ist ein Leben wie dargestellt in Punkt 2 und 3 sonst unwürdig. Da ein Entlassen der rechtlosen Bevölkerung in die Freiheit auch das Bevölkerungsgleichgewicht gefährden würde und des weiteren ansonsten ein Kind der der fairen Chance hingerichtet zu werden entgehen könnte, in dem es sich an jemanden aufgibt sind jedoch alle Angehörigen dieser Schicht spätestens am Tag vor dem zwanzigsten Geburtstag zu töten.
5. Es muss, zum Aufbau der genannten Strukturen wie auch als freie Willensäußerung der Kinder, möglich sein: Dass Eltern ihre Kinder vor dem dritten Geburtstag in die Rechtlosigkeit abgeben. Kindern über diesem Alter muss es erlaubt sein, mit dem selben Einvertändnis wie in Punkt 1 sich in die Rechtlosigkeit an einen Besitzer ihrer Wahl zu geben. Diese Entscheidung gilt für unumkehrbar.
Sachliche oder finanzielle Vergütung für so einen Transfer ist unter schwere Strafe zu stellen.
Strukturen wie in den fünf Punkten beschrieben begannen sich binnen eines halben Jahres in den meisten Ländern der Welt zu bilden.
So vollendeten die deutschen Studenten, längst mit allerlei Ehrentiteln behangen, ihr Meisterwerk. Reich beschenkt setzten sie sich zur Ruhe.
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23721
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